Baubericht Porsche 924 von Monogram, aufgebaut für die Gruppe 4

Hallo zusammen,

wie versprochen, hier nun mal die erste Fahrzeugvorstellung auf dieser Seite.

Und weil es etwas ganz Besonderes ist, ist das gewählte Fahrzeug auch etwas ganz Besonderes da es in der Gruppe 245-Süd noch nie gefahren worden ist.

Warum das bisher so war lässt sich sehr schnell beantworten wenn man die Karo des Porsche 924 mal aus dem Bausatz nimmt. Inklusive Verbreiterungen kommt die Bausatzkarosse hinten gerade einmal auf ca 72mm Breite. Nicht wirklich viel. Ist doch in der Gruppe 4 eine Spurbreite von 78mm erlaubt!

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Also alles wieder zurück in die Schachtel und ganz weit nach hinten ins Regal schieben? Mit nichten! Der Ergeiz war geweckt und was nicht paßt, wird halt passend gemacht! Jetzt gibt es da allerdings reglementstechnisch noch ein paar Punkte, die zwingend einzuhalten sind. Der aufmerksame Gruppe 245 Fan weiß natürlich, das in der Reglementsauslegung Dinge drinstehen wie „sollten ins allgemeine Erscheinungsbild passen“, „Radausschnitte dürfen nur moderat erweitert werden“, „Originaltreue ist grundsätzlich einzuhalten“, „bis nahe der Motorhaube bzw. dem Kofferraumdeckel erweiterte Radausschnitte sind unzulässig“ oder auch „max. 3mm pro Seite“. Mit anderen Worten: ein Aufblasen der Karo bis Ultimo damit man 78mm Spurbreite realisieren kann ist also nicht! OK, gecheckt.

Dann zaubern wir halt mal ein wenig. Zuerst mal die bausatzmäßigen Kotflügelverbreiterungen hergenommen und auf der Innenkante einen ca 2mm breiten Polystyrolstreifen Stück für Stück mit Plastikkleber ankleben. Also „anschweißen“ natürlich. Das braucht etwas Zeit und Geduld damit der Streifen wirklich der Kotflügelkontur folgt und nicht aufgrund der Spannung verselbstständigt und sich irgendwo anschweißt.

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Wenn dies mit allen vier Kotflügeln passiert ist, wird mal gecheckt ob man damit zum Beispiel die Parameter „sollten ins allgemeine Erscheinungsbild passen“ und „Originaltreue ist grundsätzlich einzuhalten“ eingehalten hat.

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Zusammen mit dem Frontspoiler sähe das Ganze dann ungefähr so aus.

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Gar nicht mal so schlecht für den Anfang. Wie man sieht, paßt der Übergang zwischen Kotflügel und Karo jetzt aber leider noch so gar nicht. Und wenn man jetzt das Verschleifen anfängt hat man an ein paar Stellen viel zu wenig bzw gar kein Material mehr. Und mit Spachtelmasse jetzt anfangen ist kritisch da verhältnismäßig viel Spachtelmasse benötigt wird und es fraglich ist, ob dieses Gebilde den Fights teilweise mit Feindberührung in der Gruppe 4 standhält. Hier hilft jetzt aber eine Methode, die ich zugegebener Maßen das erste Mal angewendet habe.

Zuerst habe ich mehrere dünne 0.5 x 0.5mm Polystyrolstreifen angebracht.

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Und dann ist erst einmal viel Schleifarbeit nötig denn wir benötigen viel „Schleifstaub“. Die besten Erfahrungen habe ich mit einem Proxxon respektive Dremel gemacht welcher mit einem Raspelaufsatz bestückt ist. Mit diesen wird dann an Bausatzteilen, die man nicht benötigt (in unseren Slotcar-Fällen sind dies meistens die Chassiswannen) entsprechend Material abgetragen und in einem kleinen Behältnis gesammelt. Grobes Schleifpapier hat sich bei mir nicht bewährt da sich einzelne Schleifkörner lösen und in den Schleifstaub fallen.

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Wenn genügend Material da ist, wird davon etwas entnommen und auf einem Tellerchen oder der Gleichen mit ein paar Tropfen Plastikkleber verrührt. Dabei kommt es auf die richtige Mischung an. Es sollte auf jeden Fall nicht zu dünnflüssig werden. Eher in Richtig Knetmassenkonsistenz.

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Die Masse wird dann entsprechend auf die Kotflügel aufgebracht. Wenn die Konsistenz richtig ist, kann man sie sogar regelrecht noch modellieren und hindrücken.

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Und jetzt muß das Ganze mal locker 3-5 Tage durchhärten und auslüften.

Nachdem der „Kit“ dann fest ist und die Kotflügel dann an die Karo kommen, sollte man diese vorher noch in Form schleifen und erst danach an die Karo kleben.

Das vorläufige Ergebnis sieht dann ungefähr wie folgt aus.

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Einen harmonischen Übergang von Kotflügel zur Karo bewerkstelligt man zum Beispiel mit „Mr. White Putty“, eine Modellbau-Spachtelmasse. Nachdem diese dann auch ausgehärtet ist, kann man wieder das Schleifen anfangen. Danach sieht es dann ungefähr so aus.

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Von den Maßen her bin ich jetzt Hinten bei einer äußeren Karobreite von ca 76mm und Vorne bei ca 74mm. Der Radstand ist selbstredend gleich geblieben und liegt weiterhin bei ca 100mm.

Bevor man nun lackiert, muß die gesamte Karo natürlich einmal angeschliffen werden. Vor dem Lackauftrag benutze ich gerne die Kent-Grundierung. Die ist etwas dickflüssiger und gleicht diverse Unebenheiten ganz gut aus und läßt sich prima nasschleifen.

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Kleinere Löcher die nun evtl zum Vorscheinen kommen einfach nochmal mit Spachtel auffüllen und verschleifen.

Da ich kein Airbrusher bin, lackiere ich meine Karos immer aus der Dose. Dafür nehme ich die DupliColor Farben die es in diversen Baumärkten und Autozubehörmärkten gibt. Die Farbauswahl ist riesig und die Qualität ist prima. Da ich noch weiße Farbe in meinem Fundus hatte, brauchte ich nicht nochmal extra los und kann auch gleichzeitig die im Bausatz enthaltenen Decals benutzen.

Aber der Reihe nach…..

Die erste Lackschicht „nebel“ ich immer zuerst. Das sieht dann in etwa so aus.

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Nachdem das Ganze dann so ca eine Stunde abgetrocknet hat, kommen dann die weiteren Schichten dran.

Nachdem der Lack gut durchgetrocknet ist (mindestens einen kompletten Tag), kann man dann mit den „Decals aufbringen“ anfangen. Die bausatzseitigen Decals sind ganz OK und stellten keine Probleme beim Anbringen dar.

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Bevor es nun mit dem Klarlack weitergeht, gilt auch hier: Mindestens einen Tag durchtrocknen lassen! Zum Thema Klarlack vielleicht an dieser Stelle noch ein Wort: Ich lackiere meine Karos immer mit dem Gunze Mr. Hobby Klarlack. Wenn man ihn vor Verwendung gut schüttelt und vorwärmt, hat er mir noch nie größere Probleme bereitet. Natürlich sollte man die mit Decals versehende Karo vorher 2x nur ganz leicht einnebeln und erst wenn das jeweils ganz getrocknet ist, deckend lackieren. Mit jeweils ca einer Stunde Wartezeit dann 2-3 weitere deckende Schichten. Natürlich gibt es auch andere Verfahren und Lacke. Ich persönlich habe aber mit dieser Methode im Zusammenspiel mit den verwendeten Lacken recht gute Resultate erzielt.

Kommen wir zu den Scheibeneinsätzen.

Natürlich kann man die Bausatzscheiben verwenden. Um jedoch einigermaßen wettbewerbsfähig zu sein, und es das Reglement ja auch erlaubt, verwende ich dünne Folie für die Fenster. Diese wird entsprechend ausgeschnitten und mit transparenten Patex Extreme eingeklebt. Bei nicht so stark gewölbten Flächen stellt das auch gar kein Problem dar. Für die Heckscheibe gilt dies jedoch beim Porsche 924 eher nicht da die Scheibe quasi nach links und rechts um die Kante geht. Aber auch hier gibt es eine Low-Budget-Lösung für jeder Mann und Frau und erfüllt ihren Zweck recht gut.

Man nehme zuerst die Bausatzscheibe und versieht diese mit zwei Streifen doppelseitigen Klebeband. Diese verhindern später das Verrutschen beim Ziehen.

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Dann schneidet man sich ein Stück heißverformbare Folie zurecht welche Links und Rechts noch viel „Fleisch“ hat und klebt sie mittig auf das Bausatzfenster. Rein aus Lust und Laune habe ich keine weiß transparente Folie genommen, sondern eine grau-braune Folie. Quasi eine getönte Heckscheibe 😉

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Jetzt schnappt man sich einen Heißluftfön und stellt diesen mit dem Gebläse nach oben stabil auf eine entsprechende Unterlage und bringt ihn mal auf Temperatur.

Jetzt haltet ihr die Scheibe mit der Folie zum Heißluftfön über eben diesen und zieht langsam die Folie mit euren Händen um die Kante. Spätestens jetzt werdet ihr merken ob ihr genügend Fleisch zum Ziehen der Folie habt. Beginnen eure Finger zu Kochen, war es zu wenig 😉

Nach ein paar Wiederholungen sieht es dann in etwa folgendermaßen aus.

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Auch dieses Fenster wird Stück für Stück ausgeschnitten und an die Karo angepaßt und angeklebt.

Als nächstes folgt dann der Aufbau des Chassis und das „verhochzeiten“ der Karo. In diesem Bericht werde ich dazu jetzt nicht eingehen da dieser sonst zu lang werden würde. Aber vielleicht gibt es dazu zu einem späteren Zeitpunkt einen separaten Bericht dazu weil es ja auch ein sehr interessantes Thema ist. Wenn alles soweit erledigt ist und Scheibenwischer, Auspuff und Rückspiegel angebracht sind, sollte das Resultat dann irgendwie in etwa so aussehen.

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Da ich vor gefühlten 500 Jahren das letzte Mal ein Slotcar mit Licht ausgestattet hatte, und dies lediglich von unserem Butz in der Gruppe 245 Süd zur Zeit praktiziert wird, dachte ich mir, dies im Rahmen des Projekts „Porsche 924“ mal wieder anzugehen.

Allerdings wollte ich keine Steckverbindung zwischen Karo und Chassis da diese doch bei der Demontage von Chassis und Karo immer etwas unkomfortabel ist. Jetzt gibt es aber die Möglichkeit, die Verbindung auch über die Karobefestigung und dem U des Chassis herzustellen. Praktiziert unter anderen in der „Grand Slam Serie“ im Westen der Republik. Eine tolle bebilderte Einbauanleitung wie man denn Licht über diesen Weg einbaut, findet ihr übrigens auf der DoSlot Homepage.

Der aufmerksame Leser erkennt jetzt aber, das in dieser Serie die Karoträger-Platten aus nichtleitenden GfK-Material sein dürfen und diese einseitig mit einer Kupferschicht versehen sind. In der Gr245 müssen diese Karoträger-Platten aber regelementstechnisch aus Metall sein. Blöd irgendwie. Denn mit einer stromleitenden Karoträger-Platte läßt sich schwerlich den Plus-/ und Minuspol in der Karo für die LEDs trennen. Also Idee wieder verwerfen? Mitnichten!

Dann wird halt mal gezielt isoliert! Hierzu wird zuerst einmal die Karoträger-Platte auf der Oberseite mit einer dünnen, selbstklebenden Folie versehen. Es soll keine Werbung sein, aber auch diese gibt es unter anderem bei DoSlot.

Natürlich könnte man das jetzt auch mit herkömmlichen Tesafilm bewerkstelligen, dieser ist jedoch etwas dicker als die von mir verwendete Folie.

Darauf kommen dann, ebenfalls selbstklebend, zwei Streifen Kupferklebeband. Diese jedoch noch nicht aus lauter Euphorie komplett ankleben! An der Stelle, an denen die Verbindungskabel der Goldcap-Einheit angelötet werden, sollte die rückseitige Schutzfolie des Kupferstreifens noch vorhanden sein. Diese wird erst entfernt, wenn die Lötpunkte gesetzt werden und die Kabel angelötet sind. Ansonsten kann es passieren, das der Lötkolben ein kleines Loch in die Isolierfolie brennt und ein Kurzschluss später entsteht.

Wichtig:

Sowohl beim Folienauftrag, als auch beim Kupferklebeband darauf achten, das dies falten-/ und blasenfrei geschieht. Auch müssen die Lötpunkte so gewählt werden, das sie nicht unterhalb der Karohalter sind. Ansonsten kann die Karo später nicht korrekt befestigt werden.

Am Beispiel des von mir verwendeten Chassis Plafit S24 sieht es dann so aus.

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Das gleiche Spiel machen wir dann auf der Karoseite auch. Zuerst die Verschraubungsplättchen mit Folie isolieren und danach dann ein Kupferstreifen ankleben. Auch hier natürlich wieder faltenfrei. Nach dem Anlöten der Kabel den Kupferstreifen umlegen. So sind die Kabel dann später nicht im Weg.

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Da ich beim ersten Mal einen Fehler/Kurzschluss drin hatte, mußte ich erstmal auf Fehlersuche gehen. Dieser konnte jedoch schnell lokalisiert werden nachdem ich die Karobeleuchtung separat einmal an einer 9V-Blockbatterie getestet hatte.

An dieser Stelle sei nochmal gesagt, das an deutschen Bahnen die Leiterbahn in Fahrtrichtung Rechts der Pluspol ist. Sprich, das mit dem Pluspol-Symbol ausgewiesen Motor-Anlötfähnchen ist eigentlich bei uns der Minuspol damit das Fahrzeug nach vorne fährt!

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Fertiggestellt sieht der Porsche 924 jetzt echt sehr cool aus. Ob er auch schnell genug für die vorderen Plätze sein wird, wird sich nächste Saison zeigen.

Final hat der Porsche 924 jetzt einen Radstand von 99,5mm sowie eine Spurbreite vorne von 73mm und hinten von 75,9mm.

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Ich hoffe, ich konnte euch durch diesen Beitrag ein wenig inspirieren und freue mich natürlich über eure Kommentare.

 

LG

NK

1 Kommentar zu „Baubericht Porsche 924 von Monogram, aufgebaut für die Gruppe 4

  1. Klasse Arbeit, respekt und toller Bericht zur Arbeit. Ich wäre ihn wahrscheinlich, um die aufwändige Arbeit zu umgehen in schmal (Original) gefahren.

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